Düsseldorf-Altstadt – ein Bummel durch das Herz der Stadt

Die Düsseldorfer Altstadt stellt mit ihren 0,5 km² Fläche und etwa 2.000 Einwohnern den zweitkleinsten Stadtteil der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens dar. Kennenlernen durfte ich sie bei einem geführten Rundgang auf dem sogenannten Brauereiweg. Dabei erfuhr ich viel über die Geschichte des berühmten Düsseldorfer Altbiers, besuchte eine der kleinen Hausbrauereien und verliebte mich völlig unbeabsichtigt in diese Altstadt. Einige Jahre danach lernte ich sie in ihrer ganzen Vielfalt kennen und schätzen.

Begrenzt wird die Düsseldorfer Altstadt von der Rheinuferpromenade, dem Hofgarten, der an der Deutschen Oper vorüber führenden Heinrich-Heine-Allee sowie der Benrather- und der Schulstraße. Eine Art Mittelpunkt bildet der unmittelbar am Rheinufer liegende Burgplatz mit Blick von der Rheinuferpromenade - Altstadt Düsseldorfdem benachbarten Schlossturm. Vom Platz führt eine sich nach unten erweiternde Freitreppe hinunter zum Rhein. Sie wird in den Abendstunden der Sommermonate zu einem beliebten Aufenthaltsort für Alt und Jung. Am nordöstlichen Rand des Platzes kann der aufmerksame Beobachter das Stadterhebungsmonument entdecken, das von einer der blutigsten Schlachten des Mittelalters berichtet. Wenige Meter südlich des Burgplatzes befindet sich der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtete Bachsteinbau des Alten Rathauses, vor dem das Reiterstandbild des Kurfürsten Johann Wilhelm über die Stadt wacht. Nördlich des Schlossturms, in dem in einem Schifffahrtsmuseum mehr als hundert Schiffsmodelle zu bestaunen sind, befindet sich mit der Hallenkirche Sankt Lambertus das wahrscheinlich älteste Bauwerk der Kernstadt Düsseldorfs. Es bleibt deren Besuchern vor allem wegen seines „vom Teufel verdrehten Kirchturms“ in dauerhafter Erinnerung.
Beim Gang durch die recht kurzen Straßen und Gassen der Altstadt von Düsseldorf laden unzählige Kneipen, Hausbrauereien, Klubs und Cocktailbars zu einem Besuch ein. Dabei wird der Ruf der Altstadt als „Längste Theke der Welt“ unmittelbar erlebbar, obwohl diese Art Theke aus hunderten, nach unterschiedlichen Aspekten eingerichteten Lokalitäten besteht. Touristen bevölkern bevorzugt die vom Markt in Richtung Königsallee und Stadtmitte führende Bolkertstraße, die sich als Fußgängerzone und Herz der „Theke“ zu einer beliebten Partymeile entwickelt hat. Dagegen steht die Flingerstraße im Ruf, vor allem die modischen Bedürfnisse der jüngeren Generation hervorragend zu bedienen.

In der Düsseldorfer Altstadt kommen jedoch nicht nur die Freunde eines guten Bieres oder sehenswerter sakraler Bauten, zu denen auf jeden Fall die 1637 vollendete dreischiffige Hallenkirche St. Andreas und die mit einem künstlerische wertvoll gestalteten Innenraum aufwartende Berger Kirche gehören, zu ihrem Recht. Denn dieser Stadtteil besitzt mit dem Hetjens-Museum und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zwei sehenswerte museale Einrichtungen. Das in einem der attraktivsten historischen Gebäude der Altstadt untergebrachte Hetjens-Museum überrascht seine Besucher mit qualitativ hochwertigen keramischen Sammlungen aus einer 8.000 Jahre umfassenden Keramikgeschichte und den bedeutendsten Kulturen dieses Zeitraums.
Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalens zeigt hier an ihrem Ausstellungsort K20 am Grabbeplatz auf über 5.000 m² Fläche vorrangig herausragende Sammlungen moderner Kunst ab dem frühen 20. Jahrhundert. Mit diesen beiden Einrichtungen leistet die Altstadt in Düsseldorf einen bedeutenden Beitrag zur Festigung des Rufes Düsseldorfs als internationale Kunst- und Kulturmetropole.
Abschließend möchte ich noch eine Empfehlung aussprechen. Sie gilt der nostalgischen Beleuchtung von Teilen der Altstadt mit Gaslaternen, die hier wahrscheinlich noch eine Zeit lang ihre Dienste verrichten werden. Bei einem abendlichen Bummel können Sie die dabei entstehende einzigartige Atmosphäre in den engen Straßen der Altstadt genießen und auf sich wirken lassen.